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Verzögern und Zurückarbeiten

Verzögern heißt, einen Angriff zu verlangsamen, damit die Mitspieler Zeit zum Zurücklaufen haben, statt in einen Zweikampf zu springen, der verloren gehen kann.

Ist ein Verteidiger in Unterzahl oder allein, ist das Schlimmste, was er tun kann, sich festzulegen. Begleiten, auf den Beinen bleiben und den Angreifer nach außen oder auf seinen schwächeren Fuß lenken verschafft seinem Team die Sekunden, die es braucht, um wieder Spieler hinter den Ball zu bekommen.

Die zurücklaufenden Spieler haben ihre eigene Entscheidung: torseitig zurücklaufen, auf der Linie zwischen Ball und Tor, statt dem Ball hinterherzujagen.

Worauf du achten solltest

  • Ob Hilfe kommt und wie weit sie entfernt ist
  • Wohin du den Angreifer lenkst: nach außen oder auf seinen schwachen Fuß
  • Die Linie zwischen Ball und Tor beim Zurücklaufen
  • Den Moment, in dem der Angreifer den Ball zu weit vorlegt

Der typische FehlerOhne Absicherung hinter dir in den Zweikampf springen, sodass ein Kontakt dich aus dem Spiel nimmt.

Beispielsituationen

9 Situationen aus dem Trainingspool von Footy Eye, mit der besten Lösung und der Begründung.

  1. Situation 1

    Die Ausgangslage
    Ihr Flügelspieler dribbelt in deinem Drittel auf dich zu, innen kommt ein Läufer nach. Du bist Außenverteidiger, allein.
    Beste Lösung
    Bleib stehen, lenk ihn zur Linie, verzögere
    Warum
    Im Mittelfelddrittel kannst du einen Mann nach innen zwingen; 20 Meter vor deinem Strafraum ist innen dein Tor. Mach dich groß, bleib auf den Beinen, lenk ihn zur Seitenlinie und kauf die zwei Sekunden, die dein Mittelfeldspieler zum Zurückkommen braucht. Reingehen ist genau das, was ein Läufer mit Tempo will.
    Die anderen Optionen
    • Geh rein, bevor die Unterstützung kommt Er lässt dich stehen und schickt den Läufer innen durch.
    • Lenk ihn nach innen zu deinen Innenverteidigern Er zieht nach innen Richtung Tor und findet den Läufer.
    • Stell innen zu, lass ihn laufen Er läuft frei bis zur Grundlinie und legt zurück auf den Läufer.
  2. Situation 2

    Die Ausgangslage
    Du löst das Pressing aus; ihr Innenverteidiger täuscht mit der Schulter an und geht in seiner Hälfte an dir vorbei.
    Beste Lösung
    Lauf innen zurück und stell den Sechser zu
    Warum
    Der Ball ist weg, der nächste Pass noch nicht: Überspielte Presser holen ihn auf dem kurzen Weg zurück, nicht auf dem langen. Lauf innen zurück, komm torseitig vor den Sechser, und er dribbelt auf zwei Mittelfeldspieler zu, die geordnet stehen und ihn vor sich haben. Wer hinterherjagt, schaut dem Spiel nur von hinten zu.
    Die anderen Optionen
    • Jag ihm nach, komm wieder torseitig Du läufst ihm hinterher, und er spielt den freien Sechser an.
    • Foul ihn, bevor die Ordnung zerfällt Du siehst Gelb, und sie spielen den Freistoß in Ruhe heraus.
    • Bleib sofort stehen, halt die Ordnung Er dribbelt weiter und findet den Sechser, den du freigelassen hast.
  3. Situation 3

    Die Ausgangslage
    Er lässt dich im Mittelfeld aussteigen, zieht auf eure sortierte Kette zu. Dein Sechser steht torseitig; du hängst einen halben Meter hinterher.
    Beste Lösung
    Ihn begleiten und in deinen Sechser lenken
    Warum
    Das taktische Foul ist ein Reflex, keine Lesart: Es gehört in Momente, in denen hinter dir nichts ist, und hier ist alles da. Das Foul kostet dich Gelb und schenkt ihnen einen Standard. Bleib an seiner Hüfte, und die Absicherung erledigt den Rest; gibst du auf, verteidigt dein Sechser ein 1-gegen-1 allein.
    Die anderen Optionen
    • Festhalten und jetzt Gelb nehmen Der Schiedsrichter zeigt dir Gelb, und sie legen sich den Freistoß zurecht.
    • Von hinten reingrätschen und wegspitzeln Du triffst ihn an der Ferse, und der Schiedsrichter pfeift Freistoß.
    • Jagd aufgeben, zurück in die Mittelfeldlinie Dein Sechser steht allein gegen ihn, der Läufer außen ist frei.
  4. Situation 4

    Die Ausgangslage
    Sie kontern 3-gegen-2 auf eure Kette: Ballführender zentral, je ein Läufer links und rechts. Du stehst ballseitig, dein Partner torseitig hinter dir.
    Beste Lösung
    Als Paar zurückweichen, späte Entscheidung erzwingen
    Warum
    Zwei schlagen drei, wenn sie zwei bleiben: Sobald ihr euch trennt, macht ein Pass daraus ein 1-gegen-1 mit freiem Mann. Weicht ihr als Paar zurück, bleiben beide Läufer gedeckt, und er hat 35 Meter vorm Tor die schwerste Entscheidung. Rausrücken oder einen Läufer jagen macht seinen Pass leicht; das Foul ist unnötig, keiner ist durch.
    Die anderen Optionen
    • Rausrücken und den Ballführenden anlaufen Er spielt an dir vorbei, und es ist 2-gegen-1 gegen deinen Partner.
    • Den nächsten Läufer nehmen, Ball lassen Er treibt den Ball in deine Lücke und läuft auf deinen Partner zu.
    • Taktisches Foul, bevor es schlimmer wird Der Schiedsrichter zeigt dir Gelb, und sie legen sich den Freistoß zurecht.
  5. Situation 5

    Die Ausgangslage
    Sie kontern 3-gegen-1 durch die Mitte. Du bist als Einziger hinten, auf Höhe des Balls.
    Beste Lösung
    Zieh sofort das taktische Foul
    Warum
    Drei Angreifer gegen dich als letzten Mann – das Tor liegt in der Luft, also unterbinde die Szene im Ansatz. Das abgezockte Foul kostet eine Gelbe und einen Freistoß 60 Meter vor deinem Tor – statt eines Konters, der dich bestraft hätte. Verzögerst du im 3-gegen-1, entscheidest du nur, wer von den dreien trifft.
    Die anderen Optionen
    • Verzögere, bis deine Mitspieler zurück sind Du weichst zurück, und er sucht sich aus, welchen freien Mann er schickt.
    • Lenk ihn nach außen, weg vom Tor Er geht nach außen und legt quer auf den Mann, den du freigibst.
    • Spring voll in die Grätsche Er legt sich den Ball an deiner Grätsche vorbei, und alle drei sind durch.
  6. Situation 6

    Die Ausgangslage
    71. Minute, 1:0-Führung, du bist verwarnt. An der Seitenlinie, 40 Meter vorm Tor, legt sich ihr Flügelspieler den Ball an dir vorbei.
    Beste Lösung
    Bleib stehen, lenk ihn die Linie entlang
    Warum
    Das taktische Foul ist ein Werkzeug, kein Reflex – für einen Verwarnten 40 Meter vorm Tor, mit Absicherung im Anmarsch, kostet es mehr, als es bringt. Er läuft ohnehin Richtung Seitenlinie, also begleite ihn dorthin und übergib ihn deinem Innenverteidiger. Ihn runterholen oder reingrätschen heißt Gelb-Rot und 20 Minuten zu zehnt.
    Die anderen Optionen
    • Hol ihn runter – opfer dich fürs Team Du holst ihn runter: Gelb-Rot, und ihr seid zu zehnt.
    • Grätsch rein und hol dir sauber den Ball Du grätschst, er spitzelt ihn vorbei, und du triffst ihn: Gelb-Rot.
    • Weich zurück bis in den Strafraum Er hat Zeit zu flanken, und ihr Mitspieler greift deinen Strafraum an.

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Training: Verzögern und Zurückarbeiten

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