Ballannahme unter Druck
Bei der Ballannahme unter Druck fallen die Entscheidungen, bevor der Ball ankommt: wo du stehst, wie du den Körper öffnest und in welche Richtung du den ersten Kontakt mitnimmst.
Die besten Ballempfänger haben schon über die Schulter geschaut, also wissen sie, woher der Druck kommt, bevor der Ball sie erreicht. Ihr Körper ist zum Spielfeld geöffnet, sodass sie mit dem ersten Kontakt nach vorn oder weg vom Gegenspieler spielen können.
Auch die Mitspieler zählen: Der Winkel, in dem sie sich anbieten, entscheidet, ob der Empfänger einen einfachen Pass aus der Bedrängnis hat oder sich in den Druck aufdrehen muss.
Worauf du achten solltest
- Wo der nächste Gegenspieler steht, bevor der Ball kommt
- Eine offene Körperstellung zum Spielfeld
- Einen ersten Kontakt weg vom Druck
- Einen Mitspieler, der sich im Winkel anbietet, statt auf einer Linie zu stehen
Der typische FehlerFrontal annehmen, ohne vorher geschaut zu haben, und sich dann in einen Gegenspieler drehen, den du nicht gesehen hast.
Beispielsituationen
6 Situationen aus dem Trainingspool von Footy Eye, mit der besten Lösung und der Begründung.
Situation 1
- Die Ausgangslage
- Außenverteidiger, Ball kommt an der Seitenlinie. Ihr Flügelspieler läuft dich von hinten an; dein Innenverteidiger steht frei. Erster Kontakt?
- Beste Lösung
- Direkt zurück zum Innenverteidiger
- Warum
- Kommt ein Gegenspieler mit vollem Tempo von hinten, hat er für dich entschieden: Ein Kontakt zurück, und sein Schwung nimmt ihn drei Sekunden lang aus dem Spiel. Übrig bleibt ein Innenverteidiger mit Blick ins Feld und offener Gegenseite. Nach außen aufzudrehen ist genau sein Plan: Die Seitenlinie verteidigt für ihn, der Einwurf gehört ihnen.
- Die anderen Optionen
- Nach innen mitnehmen und ins Mittelfeld andribbeln Die Mitnahme nach innen läuft in ihren Mittelfeldspieler, der Flügelspieler im Rücken.
- Nach außen aufdrehen, die Linie entlang Der Flügelspieler drückt dich an die Linie, Einwurf für sie.
- Lang in den Kanal chippen Dein Flügelspieler jagt dem Ball im Kanal nach, sein Gegenspieler neben ihm.
Situation 2
- Die Ausgangslage
- Der Innenverteidiger spielt dich an, und ihr Zehner ist vor dem Ball in deinem Rücken. Über diese Schulter siehst du nichts.
- Beste Lösung
- Direkt prallen lassen und abdrehen
- Warum
- Dreh nie in ein Bild auf, das du nicht kennst: Der Mann hinter dir kennt es, das ist sein Vorteil. Leg direkt auf den Innenverteidiger mit Blick ins Feld ab und löse dich vom Anläufer, der sein Gewicht vorn hat: Der nächste Ball findet dich halb aufgedreht. Blind aufdrehen macht aus einem Ballverlust einen Torschuss.
- Die anderen Optionen
- Ball mitnehmen und wegdrehen Du drehst in ihren Zehner, und er erobert den Ball im Zentrum.
- Ball abschirmen, auf das Foul warten Er drückt gegen dich, und ihr zweiter Mittelfeldspieler kommt zum Doppeln.
- Um die Ecke verlängern Die blinde Verlängerung wird abgefangen, und sie kontern durchs Zentrum.
Situation 3
- Die Ausgangslage
- Dein Außenverteidiger hat im Mittelfeld Zeit. Du bist der Achter vor ihm, ein Gegner eng im Rücken, ihre Kette steht tief.
- Beste Lösung
- Lös dich im Bogen, nimm offen an
- Warum
- Wo du annimmst, zählt weniger als wohin du schaust. Im Bogen weg und zurück kommst du seitlich an, den Gegenspieler neben der Schulter statt im Rücken, und dein erster Kontakt geht nach vorn. Läufst du gerade auf den Passgeber zu, klebt dir der Gegenspieler am Rücken, und hinter der Kette ist kein Raum zum Abdrehen.
- Die anderen Optionen
- Komm direkt auf ihn zu und fordere Du bekommst den Ball mit dem Gegenspieler im Rücken, Blick zum eigenen Tor.
- Bleib stehen und lass ihn kommen Dein Gegenspieler geht vor dich und fängt den Pass ab.
- Dreh ab hinter ihre Kette Die tiefe Kette schluckt den Lauf, dein Außenverteidiger hat keine Anspielstation.
Situation 4
- Die Ausgangslage
- Dein Sechser bekommt gleich den Ball mit dem Rücken zum Tor. Ihr Mittelfeldspieler läuft ihn über die rechte Schulter an.
- Beste Lösung
- Geh auf seine offene Seite für den Klatschpass
- Warum
- Wer zum eigenen Tor schaut, kann nur spielen, was er schon sieht, also tauch auf, wo der Presser nicht ist. Ein Klatschpass über dich, und der Druck ist überspielt, der Ball geht nach vorn. Der Lauf in die Tiefe ist ein Pass, den er mit dem Rücken zum Tor gar nicht spielen kann.
- Die anderen Optionen
- Lauf in die Tiefe als Anspiel nach vorn Er sieht deinen Lauf nicht, und der Presser ist an seiner Schulter.
- Biete dich auf der Seite des Pressers an Dein Anspielweg läuft durch den Presser, und er fängt den Pass ab.
- Halt deine Position, lass ihn machen Ohne Anspielstation wird er von hinten attackiert und verliert den Ball.
Situation 5
- Die Ausgangslage
- Dein Abwehrpartner hat den Ball; ihr Stürmer läuft im Bogen in euren Passweg. Du stehst auf gleicher Höhe, 20 Meter weg.
- Beste Lösung
- Tiefer und breiter, hinter seinen Lauf
- Warum
- Ein Bogenlauf zielt auf den Pass, den ihr beide seht: Ändere den Pass, statt darauf zu wetten. Tiefer und breiter verlegt den Winkel hinter seinen Lauf, wo er wegen seines Schwungs nicht zurückkommt, und du bekommst den Ball mit Blick ins Feld. Bleibst du auf Höhe, kreuzt der Ball genau seinen Laufweg.
- Die anderen Optionen
- Auf gleicher Höhe bleiben, Breite halten Der Pass kreuzt seinen Laufweg, und er fängt ihn ab.
- Ins Mittelfeld vorrücken, als Option nach vorn Der Pass ins Mittelfeld kreuzt seinen Lauf, und er fängt ihn ab.
- Kurz kommen, den Pass verkürzen Der kurze Pass kommt an, aber er ist bei dir, bevor du aufdrehst.
Situation 6
- Die Ausgangslage
- Du bist Sechser, der Ball kommt nicht, egal wie laut du forderst. Ihr Stürmer läuft deinen Innenverteidiger im Bogen an.
- Beste Lösung
- Geh zwei Schritte seitlich aus seinem Schatten
- Warum
- Du wirst nicht übersehen, du bist unsichtbar. Der Körper ihres Stürmers steht genau auf der Linie zwischen dir und dem Ball, also existiert dieser Pass nicht. Zwei Schritte zur Seite bringen dich aus seinem Deckungsschatten, und die Passlinie ist offen. Lässt du dich tiefer fallen, stehst du im selben Schatten, nur weiter vom Tor weg.
- Die anderen Optionen
- Biete dich energischer an, fordere den Ball Du rufst lauter, aber er steht weiter in der Passlinie, und nichts kommt.
- Lass dich tiefer fallen, auf Höhe der Innenverteidiger Du fällst in denselben Schatten, und dein Innenverteidiger wird angelaufen.
- Dreh ab, lauf hinter ihr Mittelfeld Dein Innenverteidiger verliert seine kurze Option, und ihr Stürmer läuft ihn an.
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