Fußball-IQ für Flügelspieler
Die Entscheidungen eines Flügelspielers bestimmen, ob aus der Breite einer Mannschaft Chancen werden: den Verteidiger ausspielen, flanken, in den Rückraum passen oder den Ball halten.
Flügelspieler halten die Breite, um eine Abwehr auseinanderzuziehen, greifen den Raum hinter den Außenverteidigern an und kommen am langen Pfosten an. Ohne Ball pressen sie und verfolgen Läufer. Es geht um Raum und Timing.
Beispielsituationen
7 Situationen aus dem Trainingspool von Footy Eye, mit der besten Lösung und der Begründung.
Situation 1
- Die Ausgangslage
- Du bist Flügelspieler. Dein Außenverteidiger hat deine Seitenlinie besetzt; ihr Block steht eng. Der Innenverteidiger dribbelt an. Wohin gehst du?
- Beste Lösung
- In den Halbraum, ihren Innenverteidiger binden
- Warum
- Zwei Spieler können nicht dieselbe Bahn besetzen: Klebt dein Außenverteidiger an der Linie, deckt ihr Außenverteidiger euch beide. Geh in den Halbraum, und ihr Innenverteidiger muss wählen: dir folgen oder die Linie halten, die Frage, die ein enger Block hasst. Kommst du kurz, nimmst du die Tiefe raus und ziehst einen Gegenspieler ins Gewühl.
- Die anderen Optionen
- Kurz entgegenkommen, einfachen Pass anbieten Du kommst kurz ins Gewühl, und ihr Mittelfeldspieler geht mit.
- Breit bleiben, zu zweit an der Linie Ihr Außenverteidiger deckt euch beide, an der Linie wird es eng.
- Sofort in die Tiefe starten, sie auseinanderziehen Der Ball erreicht dich nicht, und ihr Außenverteidiger läuft trotzdem mit.
Situation 2
- Die Ausgangslage
- Flügelspieler, im letzten Drittel im 1-gegen-1. Ihr Außenverteidiger öffnet die Hüfte zur Linie; dein Außenverteidiger hinterläuft außen, dein Achter innen.
- Beste Lösung
- Achter innen durch die Lücke schicken
- Warum
- Sein Körper verrät, wo er den Ball haben will, und der Hinterlauf außen geht genau dorthin: in die Bahn, die er noch deckt, während ihr Innenverteidiger der Flanke entgegenschiebt. Der Lauf innen geht, wohin seine Hüfte nicht drehen kann, bis hinter die Kette; der Pass in den Rückraum von dort schlägt jede Grundlinienflanke.
- Die anderen Optionen
- Den Hinterlaufenden für die Flanke schicken Dein Außenverteidiger flankt, ihr Innenverteidiger ist schon da und klärt.
- Den Außenverteidiger außen herum ausspielen Er läuft mit dir die Linie runter und blockt die Flanke.
- Nach innen ziehen, Abschluss suchen Du ziehst direkt in ihn hinein, der Schuss wird geblockt.
Situation 3
- Die Ausgangslage
- Das Spiel läuft auf der anderen Seite. Du bist der breite Flügelspieler, und ihr Außenverteidiger schaut ständig rein, will unbedingt einrücken.
- Beste Lösung
- Bleib hoch und breit, bind den Außenverteidiger
- Warum
- Breite, die du nie nutzt, arbeitet trotzdem: Solange du an der Seitenlinie stehst, kann er nicht einrücken, und ihre Viererkette muss die ganze Breite verteidigen. Ziehst du nach innen, befreist du ihn und verstopfst die Bahn, in der dein Achter schon steht.
- Die anderen Optionen
- Zieh nach innen in den Halbraum Er rückt hinter dir ein, und die Bahn deines Achters ist verstopft.
- Komm tief, biete dich für die Verlagerung an Er kann in Ruhe einrücken, und ihre Kette wird schmal.
- Lauf hinter ihn, zieh die Kette auseinander Keiner sieht den Lauf, und bei der Verlagerung stehst du im Abseits.
Situation 4
- Die Ausgangslage
- Du bist der ballferne Flügelspieler. Die Flanke kommt von der anderen Grundlinie, beide Innenverteidiger sind zum kurzen Pfosten gezogen.
- Beste Lösung
- Attackier den langen Pfosten hinter dem ballfernen Innenverteidiger
- Warum
- Flanken von der Grundlinie fliegen öfter über das Gewühl am kurzen Pfosten hinweg, als dass sie dort landen, und der lange Pfosten ist leer, weil der ballferne Flügelspieler an seiner Seitenlinie zuschaut. Komm rein: Du tauchst außerhalb des Blickfelds des letzten Verteidigers auf, und keiner ist für dich zuständig. Breit bleiben heißt zuschauen.
- Die anderen Optionen
- Halt die Breite für die Rückverlagerung Du schaust von der Seitenlinie zu, wie die Flanke am leeren langen Pfosten landet.
- Komm an die Kante für den Rückraumpass Frei an der Kante, doch die Flanke fliegt lang an den leeren Pfosten.
- Lass dich fallen und sichere ab Du läufst zurück, als die Flanke am langen Pfosten bei niemandem landet.
Situation 5
- Die Ausgangslage
- Ihr habt sie auf der ballnahen Seite eingeschnürt, also verlagern sie auf einen freien Außenverteidiger. Du bist der ballferne Flügelspieler.
- Beste Lösung
- Spring raus und lauf ihn sofort an
- Warum
- Eine Spielverlagerung sieht nach Befreiung aus, aber ein Ball über das ganze Feld ist langsam: Er verschafft dem Presser Zeit, nicht dem Empfänger. Spring raus, damit er schon bei der ersten Annahme unter Druck steht, mit Blick zum eigenen Tor. Wartest du die Annahme ab, schenkst du einem freien Mann den Raum zum Aufdrehen.
- Die anderen Optionen
- Rück in den Block ein, bleib kompakt Der Außenverteidiger nimmt frei an und treibt den Ball ins Mittelfeld.
- Warte seine Annahme ab, dann lauf an Er nimmt sauber an, dreht auf und ist weg, bevor du kommst.
- Rück ein, stell den Pass nach innen zu Der Außenverteidiger dreht frei auf und treibt den Ball die Linie entlang.
Situation 6
- Die Ausgangslage
- Dein Team steht tiefer, im mittleren Block. Du bist Flügelspieler. Ihr Innenverteidiger dribbelt ungestört an, ihr Außenverteidiger wartet außen neben dir.
- Beste Lösung
- Halt die Linie, attackier den Pass nach außen
- Warum
- Ein andribbelnder Innenverteidiger vor deinem Block ist nicht die Gefahr; der Pass danach schon. Bleib in der Linie, lass den Pass auf den Außenverteidiger deinen Auslöser sein: Du kommst mit dem Ball an, die Seitenlinie halbiert seine Optionen. Springst du zu früh raus, spielt er um dich herum in den Raum, den du verlassen hast.
- Die anderen Optionen
- Sprint raus, lauf den Innenverteidiger sofort an Er spielt um dich herum auf den Außenverteidiger, der in deinen Raum läuft.
- Deck den Außenverteidiger, nimm den Pass weg Er treibt weiter in die Lücke neben deinem Mittelfeldspieler.
- Rück ein und stell den Sechser zu Er spielt nach außen, und der Außenverteidiger hat Zeit, bevor du da bist.
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